Aus aktuellem Anlass: Ergänzter Aufruf

Tod dem Faschismus! Krieg dem Krieg! –
Bimirê Faşîzim! Şer li hemberî şer!

Seit Jahrzehnten herrscht Krieg in Kurdistan! Die kurdische Bevölkerung wird von den Staaten, in denen sie lebt, systematisch unterdrückt, verfolgt und ermordet. Um den unermüdlichen Widerstand der kurdischen Bevölkerung zu brechen, werden u.a. Massenvernichtungswaffen und Folter gegen sie eingesetzt, tausende Dörfer werden zerstört und die BewohnerInnen vertrieben. Dabei werden die faschistischen Staaten der Region wie etwa die Türkei oder der Iran von den EU- und US-Imperialisten tatkräftig unterstützt unter anderem durch Aufrüstung und Ausbildung von Sicherheitskräften.

In diesem Jahr spitzt sich der Kampf zwischen der kurdischen Freiheitsbewegung und den reaktionären Regimen dramatisch zu. Der türkische Staat griff in den Monaten vor der Wahl vermehrt kurdische Massenproteste brutal an, während er gleichzeitig militärische Operationen gegen PKK-Guerillatruppen ausführte, die sich zu diesem Zeitpunkt in einem einseitigen Waffenstillstand befanden. Auch auf parlamentarischer Ebenen unternahm die AKP Regierung alles um einen Erfolg des pro-kurdischen und demokratischen Wahlbündnis zu verhindern und als dies scheiterte das Ergebnis im nach hinein zu umgehen, indem sie beispielsweise sechs kurdische Abgeordnete festnehmen ließ. Dass die Türkei kein Interesse an einer friedlichen Lösung der kurdischen Frage hat, wurde mehr als deutlich. Hierfür verstärkte sie unteranderem ihre Zusammenarbeit mit den anderen terroristischen Regimen in der Region. Seit dem 16. Juli bombardiert die iranische Armee großflächig das irakisch-iranische Grenzgebiet und tötete dadurch bereits jetzt mehrere hundert Menschen. Ähnliche militärische Aktionen gab es in der Vergangenheit auch von Seiten der türkischen und irakischen Armee. Unter den Bedingungen der fortlaufenden Vernichtungs- und Verleumdungspolitik war es selbstverständlich für die Guerilla ihren einseitigen Waffenstillstand zu beenden.

In diesem Sinne starteten die PKK-Guerillatruppen vermehrt Operationen gegen Polizei, Militär und paramilitärischen Dorfschützern. Sie erhöhte ihre Präsenz auf den Straßen und nahm bei Fahrzeugkontrollen, sowie Angriffen auf Militärkonvois viele türkische Soldaten und Polizisten fest. Am 17. August starben bei einem Gefecht mehrere türkische Soldaten. Dieses Ereignis nutzt das AKP-Regime nun um einer groß angelegten militärischen Offensive gegen das kurdische Volk und die PKK zu rechtfertigen. Seit Tagen werden gegen südkurdische Städte hunderte Luftangriffe geflogen, sowie durch Artillerie bombardiert. Derzeit ist die Türkei in Kooperation mit dem Iran und dem Irak bestrebt dutzende Dörfer zu entvölkern. Dies macht sie einerseits durch Gewalt und militärischen Angriffen auf Zivilisten, sowie durch finanziellen Anreiz. Ziel hiervon ist es Zivilbevölkerung und GuerillakämpferInnen voneinander zu trennen, um diese dann mithilfe von chemischen Waffen zu vernichten. Es ist zu befürchten, dass die Türkei mit Billigung von US- und EU-Imperialisten eine „tamilische Lösung“ der Kurdenfrage herbeiführen will.

Iran, Irak, Syrien, Türkei – bei jeder Schweinerei ist die BRD dabei!

Während man sich in den höchsten Tönen über die Gewalt gegen die lybische Bevölkerung durch Gaddafi empörte, mit Sanktionen um sich warf und die Intervention der NATO unterstützte, schweigt man in Deutschland über die schweren Kriegsverbrechen der Türkei und wenn doch drüber gesprochen wird, zeigt man größtes Verständnis für die Haltung der AKP, da diese ja nur auf die Angriffe von Terroristen reagieren würde. Dies zeigt wieder einmal mehr als deutlich die Heuchelei und die Doppelmoral Deutschlands, denn es geht bei Kriegen eben nicht um Menschenrechte und Demokratie, sondern um politische und wirtschaftliche Interessen. In der Bundesrepublik nimmt die Verfolgung und Kriminalisierung von kurdischen AktivistInnen und deutschen InternationalistInnen erneut zu. So wurden unter Anderem kurdische Protestaktionen in Heilbronn, Berlin und Düsseldorf brutal niedergeschlagen. Dabei wurden dutzend AktivistInnen verletzt und hunderte mit Ermittlungsverfahren überzogen. Zudem wurden vor kurzem zwei kurdische AktivistInnen bei der Einreise aus der Türkei nach Deutschland am Flughafen verhaftet, da das BKA ihnen die Unterstützung einer terroristischen Organisation nach § 129b anlastet. Auch die Kampagne „Tatort Kurdistan“, welche für den 01. September ihren zweiten bundesweiten Aktionstag plant, wird von der Bundesregierung als „ von der PKK gesteuert“ diffamiert. Dies alles geschieht wie gesagt nicht aus purer Freundschaft zur Türkei. Die Vernichtung der kurdischen Freiheitsbewegung ist auch im Interesse von Staaten wie den USA, Deutschland und weitere imperialistischen Ländern. Sie müssen den Widerstand gegen Besatzung, Unterdrückung und Krieg der kurdischen Bevölkerung brechen, um ihre geostrategischen Interessen im Nahen-Osten durchsetzen zu können.
Lasst uns am 2. September in Dortmund gemeinsam gegen Faschismus, Imperialismus und Krieg, in Deutschland, Kurdistan und allen Teilen der Welt demonstrieren. Unsere gemeinsamen Interessen einen uns im Kampf gegen Faschismus, Imperialismus und Krieg.

Kommt am 2. September um 19 Uhr zum ZOB Dortmund zur Vorabenddemo!

Beteiligt euch am 3. September an den Blockaden des bundesweiten antifaschistischen Bündnisses „Dortmund stellt sich quer!“

Tod dem Faschismus!
Krieg dem Krieg!

Antifa Örgütü International- www.kriegdemkrieg.blogsport.de